Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers und der NSDAP diente das Landgerichtsgefängnis der NS-Justiz in erster Linie als Untersuchungshaftanstalt. Gerade in den ersten Monaten der Diktatur wurden hier politische Gegner, wie Mitglieder der Gewerkschaften, der SPD und der KPD inhaftiert und verhört. Auch andere von den Nationalsozialisten verfolgte Gruppen waren im Amthordurchgang inhaftiert. Viele der Gefangenen wurden danach in die Konzentrationslager verschleppt. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) besaß große Machtbefugnisse zur Verfolgung politischer Gegner.

Plan

Die Gestapo konnte ohne Anklage und Beweise Menschen verfolgen, inhaftieren, foltern und ermorden. Die Justiz war nur noch ein Instrument zur Machtsicherung und Durchsetzung des vom Rassenwahn geprägten Rechts.

Die Gefangenenzahlen im Landgerichtsgefängnis Amthordurchgang stiegen bis zum Januar 1934 von zuvor 50 auf 110. Zur Unterstützung bei den Wachtätigkeiten wurden weitere Hilfsaufseher, ausnahmslos Mitglieder der SA oder SS, eingestellt.


Die Haftbedingungen verschlechterten sich seit Beginn des Krieges zunehmend. Die Belegung stieg kontinuierlich bis zum Februar 1945, in dem durchschnittlich 154 Gefangene pro Tag im Gefängnis festgehalten wurden.

 

Rudolf DienerRudolf Diener wurde am 15. Juli 1904 in Gera geboren. Er erlernte den Beruf des Tischlers.1924 trat er in die KPD ein und nahm an Wahl- und Streikversammlungen teil. Daraufhin wurde er gemaßregelt und verlor seine Arbeitsstelle. Am 5. Juli 1934 wurde er wegen der Verbreitung illegaler Schriften, der Unterbringung von flüchtigen Funktionären und der Fortsetzung der illegalen Arbeit angeklagt. Im Oktober 1934 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er kam nach Bad Sulza und anschließend nach Torgau. Von dort aus wurde er in das KZ Buchenwald verschleppt. Im April 1939 wurde er amnestiert. Er kämpfte weiter gegen die NS-Diktatur. 1940 folgte eine weitere Verhaftung und er kam nach Gera ins Gefängnis Amthordurchgang. Am 13. März 1941 wurde er dort von der Gestapo erschlagen.