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Kommende Veranstaltungen

„Ihr seid das Salz der Erde“ – Die Offene Arbeit in der DDR als Raum für politische Bildung und Mündigwerdung

Donnerstag, 20.06.2019, 18 Uhr, Gedenkstätte Amthordurchgang e.V., Amthordurchgang 9, 07545 Gera

„Ihr seid das Salz der Erde“ – ein Zitat aus der Bibel, welches von Walter Schilling, einem der Protagonisten Offener Arbeit, in einem Aufsatz (2002) im Zusammenhang mit der Politisierung Offener Arbeit verwendet wurde, soll der Ausgangspunkt für Vortag und anschließende Diskussion am 20. Juni 2019, um 18 Uhr sein.

Die seit den 1970er Jahren entwickelte und umgesetzte Offene Arbeit (OA), als alternativer Ansatz der evangelischen Jugendarbeit, kann als Reaktion auf zwei Außenbedingungen: zum einen ein politisch festgesetztes und festsetzendes Bildungs- und Erziehungssystem und zum anderen eine zunehmende religionsferne Bevölkerung, gesehen werden.

Wir wollen der Frage nachgehen, „Wie hat sich in der OA politische Bildung und Mündigwerdung konkret gezeigt und welche Bedeutung hat das Erbe der OA für heutige Multiplikator*innen?“

Diskutant*innen:
Dr. Anne Stiebritz Lehrbeauftragte der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Christian Sanitter Leiter Jugendhaus Shalom Gera
Roland Geipel Oberpfarrer in Rente

Moderation: Frank Karbstein


Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

 

Rückblick

Gedenkveranstaltung anlässlich des 20. Todestages von Jürgen Fuchs

Mittwoch, 08.05.2019, 18 Uhr, Gedenkstätte Amthordurchgang e.V., Amthordurchgang 9, 07545 Gera

„Sagen, was ist“, mit diesem Anspruch polarisierte Jürgen Fuchs schon früh. 1975 von der Jenaer Universität zwangsexmatrikuliert, nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 für neun Monate in Stasi-U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert, wurde er nach seiner Ausbürgerung ein viel beachteter Schriftsteller. Für seine wirkungsvolle Unterstützung der Bürgerrechtsbewegung in Osteuropa und der DDR galt er der SED-Führung als ein „Staatsfeind Nr.1“. Dafür wurde er in West-Berlin massiv vom Ministerium für Staatssicherheit bearbeitet.
Gleichzeitig wurde er hoch geachtet von einem großen Freundeskreis. Robert Havemann, Wolf Biermann, Heinrich Böll, Herta Müller und viele andere schätzten seine „Einmischung in eigene Angelegenheiten“ – auch nach 1990.

Udo Scheer, verbunden mit ihm seit ihrer Studienzeit an der Jenaer Universität, hat im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ein facettenreiches Portrait über den Schriftsteller, Bürgerrechtler und Sozialpsychologen verfasst. Er stellte den Band vor.

Der Folkmusiker Andreas Schirneck begleitete den Abend mit einem exklusiv gestalteten Programm, auch mit vertonten Gedichten von Jürgen Fuchs.

Dies war eine Kooperationsveranstaltung mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

 

 

Das Mobilmachungssystem der DDR. Ein Zugang zum militarisierten Sozialismus

Am 11.04.2019, stellte Johannes Mühle seine Dissertation mit dem Titel "Mobilmachung und Militarisierung. Die Vorbereitung der DDR auf den Verteidigungszustand 1970 – 1990" vor.

Die DDR befand sich aufgrund ihrer geographischen Grenzlage im Warschauer Pakt in ständiger Bereitschaft zur Abwehr eines NATO-Angriffs, der als unausweichlich angenommenen wurde. Diese Bedrohungswahrnehmung war grundlegend für die Vorbereitung des Landes auf den Krieg bereits im Frieden. Das hatte zahlreiche zivil-militärische Schnittmengen und Querverbindungen sowie die feste Einplanung und damit einhergehende Verknappung ziviler Ressourcen zur Folge. Die Dissertation will anhand des gesamtstaatlichen Mobilmachungssystems, das in erheblichem Maße auf alle Gesellschaftsbereiche zurückgriff, die Militarisierung der DDR analysieren, systematisieren und quantifizieren.

Johannes Mühle, 1988 geboren und in Weißwasser aufgewachsen, studierte von 2007 bis 2013 Kultur und Technik an der BTU Cottbus – Senftenberg. Seine Masterarbeit verfasste er zu historischen Hintergründen, Motiven und philosophischen Aspekten des Dienstes bei den DDR-Grenztruppen. 2013 und 2014 erarbeitete er zwei militärhistorische Beiträge im Rahmen des Projekts: Die Niederlausitz und die südliche Lubuskie. Eine Kulturlandschaft im Zentrum Europas. Johannes Mühle ist Stipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.