Beiträge

Kommende Veranstaltungen

Das Mobilmachungssystem der DDR. Ein Zugang zum militarisierten Sozialismus

Am 11.04.2019, wird um 18 Uhr Johannes Mühle seine Dissertation mit dem Titel "Mobilmachung und Militarisierung. Die Vorbereitung der DDR auf den Verteidigungszustand 1970 – 1990" vorstellen.

Die DDR befand sich aufgrund ihrer geographischen Grenzlage im Warschauer Pakt in ständiger Bereitschaft zur Abwehr eines NATO-Angriffs, der als unausweichlich angenommenen wurde. Diese Bedrohungswahrnehmung war grundlegend für die Vorbereitung des Landes auf den Krieg bereits im Frieden. Das hatte zahlreiche zivil-militärische Schnittmengen und Querverbindungen sowie die feste Einplanung und damit einhergehende Verknappung ziviler Ressourcen zur Folge. Die Dissertation will anhand des gesamtstaatlichen Mobilmachungssystems, das in erheblichem Maße auf alle Gesellschaftsbereiche zurückgriff, die Militarisierung der DDR analysieren, systematisieren und quantifizieren.

Johannes Mühle, 1988 geboren und in Weißwasser aufgewachsen, studierte von 2007 bis 2013 Kultur und Technik an der BTU Cottbus – Senftenberg. Seine Masterarbeit verfasste er zu historischen Hintergründen, Motiven und philosophischen Aspekten des Dienstes bei den DDR-Grenztruppen. 2013 und 2014 erarbeitete er zwei militärhistorische Beiträge im Rahmen des Projekts: Die Niederlausitz und die südliche Lubuskie. Eine Kulturlandschaft im Zentrum Europas. Johannes Mühle ist Stipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Rückblick

Am Montag, den 04. März 2019 um 18 Uhr, fand in der Gedenk- und Begegnungsstätte Amthordurchgang Gera die Lesung „Dresden 1919 – Die Geburt einer neuen Epoche“ von und mit Freya Klier statt.

»Die Vergangenheit ragt ins Heute hinein. Auch jene, die hundert Jahre zurückliegt« Freya Klier

Als der Weltkrieg endet, überlagert Brutalität die Aufbruchsstimmung. Kriegsheimkehrer wie Otto Dix und Oskar Kokoschka malen sich in Dresden ihre Traumata von der Seele.

Freya Klier nimmt Dresden als Kulminationspunkt der wesentlichen Entwicklungen, die zum Entstehen wie auch zum Scheitern der jungen Demokratie führten. Kommunisten attackieren Sozialdemokraten und Bürgerliche. Kriegskrüppel und Schwerverwundete prägen das Land ebenso wie eine pulsierende Künstlerszene. Jederzeit droht der Bürgerkrieg.

Aus historischen Zeugnissen und den Erinnerungen beteiligter Akteure formt die Autorin ein beeindruckendes Panorama, mit dem sie nicht zuletzt die Frage zu beantworten sucht: Erkennen wir heute, 100 Jahre später, vergleichbare Muster in unserer Gesellschaft wieder?

Freya Klier

geb. 1950 in Dresden. Autorin, Schauspielerin, Theaterregisseurin, Dokumentarfilmerin, Bürgerrechtlerin. 1980 war sie Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung, 1968 erstmalige, 1988 erneute Verhaftung und Ausbürgerung. Ausgezeichnet u.a. als „Botschafterin für Demokratie und Toleranz“ mit der „Sächsischen Verfassungsmedaille für besonderes demokratisches Engagement in Schulen, in Literatur und Kunst“ (2007), dem Bundesverdienstkreuz (2012) und dem „Franz-Werfel-Menschenrechtspreis“ (2016).

Vielen Dank an unseren Kooperationspartner, die Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen e.V..

 

Peter Wensierski las am 04.02.2019 "Berlin Stadt der Revolte" in der Gedenkstätte Amthordurchgang

 

»Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt«: So ist es auf der brüchigen Fassade eines Hauses in Berlin-Kreuzberg zu lesen. Überall in der Stadt finden sich Orte, die Schauplätze unterschiedlicher Revolten waren: der Studentenbewegung im Westen, der Oppositionellen im Osten, der Hausbesetzer, Punks oder Radiopiraten in beiden Teilen der Stadt. Hier bastelte die Kommune 1 ihre Puddingbomben, dort sang Wolf Biermann in seiner Wohnung widerständige Lieder. Die aufständischen Bewegungen im geteilten Berlin waren sehr unterschiedlich, denn sie kämpften gegen zwei fundamental unterschiedliche Systeme. Aber sie waren auch verbunden durch die Motive und den Mut der meist jugendlichen Rebellen, die gegen überholte Ordnungen und Autoritäten aufbegehrten.

 

Peter Wensierski erzählt im Rahmen der Vorstellung seines neuen Buches die jüngere Geschichte einer aufsässigen Metropole - anhand von Wohnungen, Häusern, Straßen und Plätzen. Gestützt auf umfassende Recherchen und Gespräche mit den Beteiligten, lässt er ein Berliner Panorama entstehen, das zum Flanieren, Entdecken und Staunen einlädt.

 

Wensierski, geboren 1954 im Ruhrgebiet, begann 1979 seine Arbeit als Journalist mit Berichten und Reportagen aus der DDR. Er war damals der jüngste westliche Reisekorrespondent. Als Dokumentarfilmer, Reporter und Buchautor berichtete er dort über die aufkommende Oppositionsbewegung.

 

Kooperationspartner: Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

 

Am Freitag, den 11. Januar 2019 um 18 Uhr, fand in der Gedenk- und Begegnungsstätte Amthordurchgang die Lesung „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ von und mit Manja Präkels statt.

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp.

Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …

Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.

Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Sängerin der hochgelobten Band »Der singende Tresen« und Autorin des Lyrikbandes »Tresenlieder«. Sie ist Mitherausgeberin der erzählerischen Anthologie

»Kaltland – Eine Sammlung«, eines Klassikers der Nachwende-Literatur. Für den Verbrecher Verlag stellte sie mit Markus Liske das Erich-Mühsam-Lesebuch »Das seid ihr Hunde wert!« (2014) sowie den Band »Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?« (2015) zusammen. Präkels erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste (2005) und das

Aufenthaltsstipendium im Writers House Ventspils, Lettland (2012/13). Manja Präkels wurde für ihren Debütroman "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß" mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium

2018 und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 ausgezeichnet. Zudem erhält sie für diesen Roman den Anna-Seghers-Preis 2018.

 

…von verlorenen Illusionen – Eine Lesereihe in Gedenken an Brigitte Reimann

 Schauspielerin Elisa Ueberschär wandelt auf den Spuren Brigitte Reimanns und bereist den Osten Deutschlands

Am 29.11.2018 um 18 Uhr fand in der Gedenkstätte Amthordurchgang die Lesung von verlorenen Illusionen in Gedenken an die 1973 verstorbene Schriftstellerin Brigitte Reimann statt. Die Schauspielerin Elisa Ueberschär las Auszüge aus dem 1974 postum veröffentlichten Romanfragment Franziska Linkerhand, dem sie eigene autobiographische Texte gegenüberstellte.

Die Lesung ist Bestandteil einer Reihe, die Elisa Ueberschär in verschiedene Gemeinden in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg führt. Auf den Spuren der Autorin bereist die Schauspielerin vor allem ehemalige Wirkstätten Brigitte Reimanns, um mit den dort Ansässigen ins Gespräch kommen. Was ist von den Zukunftsplänen und utopischen Vorstellungen der ehemaligen DDR-Bürger*innen zurückgeblieben? Welche Wünsche haben sich bewahrheitet und erfüllt, welche nicht?

Ueberschär, 1989 geboren und somit ein Kind der Wendezeit, begreift dieses Projekt als eine Möglichkeit über den Alltag in der DDR in Austausch zu treten, aber weit mehr noch daraus die Frage zu entwickeln: wie wir unsere Gesellschaft in Zukunft gestalten wollen. Ist eine klassenlose Gesellschaft denkbar? Wie soll sich Deutschland, insbesondere der ländliche Raum im Osten des Landes in den kommenden Jahren entwickeln?

 

Zurück in die Zukunft – DDR-Bürgerrechtler im Gespräch

2018 – Die Friedliche Revolution jährt sich im kommenden Jahr zum 30ten Mal. Für uns ein Grund nachzufragen: Wer waren die aktiven von damals? Was trieb sie an und was treibt sie heute um? Wurden ihre damaligen Erwartungen an die Demokratie erfüllt, oder wurden ihre Träume noch immer nicht umgesetzt?

Im Gespräch:                                Jürgen Haschke, Harald Seidel, Frank Karbstein, Prof. Dr. Lothar Hoffmann, Michael Beleites

Podiumsdiskussion am:                Samstag, den 03. November 2018

Veranstaltungsort:                        Lutherhaus, Juliot-Curie-Str. 1a, 07548 Gera

Veranstaltungsbeginn:                 18 Uhr

Dies ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.