Kommende Veranstaltungen

…von verlorenen Illusionen – Eine Lesereihe in Gedenken an Brigitte Reimann

Schauspielerin Elisa Ueberschär wandelt auf den Spuren Brigitte Reimanns und bereist den Osten Deutschlands

Am 29.11.2018 um 18 Uhr findet in der Gedenkstätte Amthordurchgang die Lesung von verlorenen Illusionen in Gedenken an die 1973 verstorbene Schriftstellerin Brigitte Reimann statt. Die Schauspielerin Elisa Ueberschär liest Auszüge aus dem 1974 postum veröffentlichten Romanfragment Franziska Linkerhand, dem sie eigene autobiographische Texte gegenüberstellt. Im Anschluss an die Lesung findet eine Gesprächsrunde mit der Akteurin statt, in welcher die Gäste eingeladen sind, sich über den Alltag und Träume ihrer Jugendzeit in der DDR auszutauschen.

Die Lesung ist Bestandteil einer Reihe, die Elisa Ueberschär in verschiedene Gemeinden in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg führt. Auf den Spuren der Autorin bereist die Schauspielerin vor allem ehemalige Wirkstätten Brigitte Reimanns, um mit den dort Ansässigen ins Gespräch kommen. Was ist von den Zukunftsplänen und utopischen Vorstellungen der ehemaligen DDR-Bürger*innen zurückgeblieben? Welche Wünsche haben sich bewahrheitet und erfüllt, welche nicht?

Ueberschär, 1989 geboren und somit ein Kind der Wendezeit, begreift dieses Projekt als eine Möglichkeit über den Alltag in der DDR in Austausch zu treten, aber weit mehr noch daraus die Frage zu entwickeln: wie wir unsere Gesellschaft in Zukunft gestalten wollen. Ist eine klassenlose Gesellschaft denkbar? Wie soll sich Deutschland, insbesondere der ländliche Raum im Osten des Landes in den kommenden Jahren entwickeln?

Raum für diese Fragen und eine Annäherung an das Schaffen Brigitte Reimanns bietet die Lesung von verlorenen Illusionen. Das Format ist ausdrücklich generationsübergreifend angelegt und richtet sich sowohl an ehemalige Bürger*innen der DDR, als auch an junge Menschen der Nachwendegeneration und Familien.

 

Rückblick

Zurück in die Zukunft – DDR-Bürgerrechtler im Gespräch

2018 – Die Friedliche Revolution jährt sich im kommenden Jahr zum 30ten Mal. Für uns ein Grund nachzufragen: Wer waren die aktiven von damals? Was trieb sie an und was treibt sie heute um? Wurden ihre damaligen Erwartungen an die Demokratie erfüllt, oder wurden ihre Träume noch immer nicht umgesetzt?

Im Gespräch:                                Jürgen Haschke, Harald Seidel, Frank Karbstein, Prof. Dr. Lothar Hoffmann, Michael Beleites

Podiumsdiskussion am:                Samstag, den 03. November 2018

Veranstaltungsort:                        Lutherhaus, Juliot-Curie-Str. 1a, 07548 Gera

Veranstaltungsbeginn:                 18 Uhr

Dies ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

 

Am Donnerstag, den 13. September 2018 um 18 Uhr,findet im METROPOL Kino Gera die Filmvorführung ÜBER LEBEN IN DEMMIN mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur statt.

Im Frühjahr 1945 wird Demmin, eine kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, zum Ort einer schrecklichen Tragödie: Während die Rote Armee heranrückt, nehmen sich hunderte Einwohner das Leben. Eltern töten erst ihre Kinder und dann sich selbst, ganze Familien gehen mit Steinen beschwert ins Wasser. Bis zum Ende der DDR wird über die konkreten Umstände des beispiellosen Massensuizids geschwiegen, die genauen Opferzahlen der kollektiven Hysterie sind bis heute nicht bekannt. In der Gegenwart versuchen Neonazis die Leerstelle zu besetzen und für ihre Zwecke zu missbrauchen. An jedem 8. Mai marschieren Neonazis schweigend durch die Straßen der Gemeinde, in der mehrere Polizeihundertschaften versuchen, Gegendemonstranten von der Route fernzuhalten. An diesem angespannten Tag verdichten sich hier die Risse innerhalb der deutschen Gesellschaft aufs Äußerste.

In seinem Film ÜBER LEBEN IN DEMMIN geht Regisseur Martin Farkas den verborgenen Folgen der Ereignisse nach. Überlebende sprechen zum ersten Mal über die schrecklichen, lange verdrängten Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend. Farkas erkundet, welche Spuren die Traumatisierung und das Schweigen darüber bei den Nachgeborenen hinterlassen haben - und wie tief sie in unsere Gegenwart hineinwirken. Der komplexe und aufrichtige Film eröffnet an diesem exemplarischen Ort einen neuen Blick auf den weiterhin schwierigen Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte.

Martin Farkas, 1964 geboren, studierte zunächst Sozialpädagogik, widmete sich jedoch bereits früh auch der Filmarbeit. Als Chefkameramann drehte er seit Anfang der 1990er Jahre; u.a. mit Dominik Graf. Für Grafs Spielfilm „Am Abend aller Tage« wurde Farkas für den Grimme-Preis nominiert. Beim Dokumentarfilm »Es werde Stadt!« führten beide gemeinsam Regie, der Film erhielt den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen. „Über Leben in Demmin“ ist die dritte Regiearbeit von Martin Farkas.

Die Veranstaltung findet in Kooperation von Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, METROPOL Kino Gera und dem Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e. V. statt.

 

Am 31. August 2018 findet die 20. Museumsnacht in Gera statt.

Sonderausstellung „Sanfte Töne, starke Worte - Kritische Liedermacher in der DDR“

eine Wanderausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. Werdau zu Gast vom 03.07.2018 bis 01.09.2018 in der Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus der politischen Haftanstalt.

„Wer Lieder singt, steckt auch die Herberg‘ in Brand“, heißt es in dem Song „Musikanten sind in der Stadt“ des westdeutschen Liedermachers Reinhard Mey, der auch in der DDR sehr bekannt und beliebt war. Er beschreibt damit ein Phänomen, das sich aus der Antike über Hans Sachs und François Villon bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart durchzieht. Liedermacher werden unter Despoten und in Diktaturen oft als Gefahr für die jeweilige Herrschaftsstruktur betrachtet, verdächtigt, verfolgt und ihrer Freiheit beraubt. Die mittelalterlichen Spielleute – rechtlos und vogelfrei – waren oftmals Instrumentalisten, Gaukler, Spaßmacher und Sänger in einer Person. Sie waren Nachrichtenüberbringer und bisweilen gefürchtete Kritiker des Adels, der Kirche und des Bürgertums.

Auch in der DDR werden einige Liedermacher als Gefahr für das Staatssystem betrachtet. Aufgrund der starken Bedeutung des Textes zu ihrer Musik und des damit verbundenen Standpunktes gehören einige von ihnen zu den bekanntesten Oppositionellen in der DDR. In ihren Liedern greifen sie gesellschaftskritische Themen auf. Politische, umweltspezifische und soziale Inhalte werden thematisiert, in der Regel untermalt durch die eigene Erfahrungswelt im beruflichen und privaten Alltag. Die meisten Liedermacher bringen in ihren Liedern den Wunsch nach einer besseren und veränderbaren DDR zum Ausdruck.

Die Ausstellung „Sanfte Töne, starke Wort – Kritische Liedermacher in der DDR“ gibt Einblicke in das Leben und Wirken einzelner DDR-Liedermacher anhand von Fotos, Dokumenten, Informationstexten, Liedtext- und Hörbeispielen. Dabei werden die musikalischen Balanceakte zwischen vorauseilender Anpassung und Widerstand sowie die Repressionen des SED-Staates gegen kritische Geister bis hin zur Zwangsausbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland aufgezeigt.

Musikalisches Begleitprogramm zur Museumsnacht: René Voigt

Außerdem: Besichtigung der Gedenkstätte und der Dauerausstellung

Am 31. Mai 2018 fand die Lesung "Keinland" mit Jana Hensel statt.

»Keinland« ist ein Liebesroman, aber auch ein Roman über Schuld, Erinnerung, Herkunft und
Grenzen.
Jana Hensel erzählt von Nadja und Martin, sie erzählt eine Liebesgeschichte, eine große
und sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte zwischen erwachsenen Menschen – intensiv und mit
großer sprachlicher Kraft.
Eigentlich hatte Nadja nur ein Interview mit Martin Stern führen wollen, der in Frankfurt
am Main aufgewachsen ist und jetzt seit längerem in Tel Aviv wohnt, aber von der ersten
Sekunde an ist da eine schwer erklärbare Nähe – und eine Fremdheit, die sich auch dann
nicht auflöst, als die beiden sich näherkommen. Woher rührt diese Nähe? Und warum ist
die Fremdheit nur so schwer zu überwinden?
In kunstvollen Zeitsprüngen und Erinnerungen an Tage und Nächte in den Städten
gegenseitiger Besuche, an tiefe Innigkeit und immer wieder schwierige Gespräche lotet die
Autorin aus, was zwischen zwei Liebenden möglich ist. Dabei umkreist sie unsere Auffassungen
von Herkunft, Heimat und Schicksal und fragt mit unabweisbarer Eindringlichkeit
danach, wie weit die Vergangenheit, individuelle wie auch die eines größeren Eingebundenseins,
ein Leben bestimmt.


Die Autorin
Jana Hensel, geb. 1976 in Leipzig, Studium der Romanistik und der Neueren Deutschen
Literatur in Leipzig, Aix-en-Provence, Berlin und Paris. Als Studentin gab sie die Literaturzeitschrift
Edit und gemeinsam mit Thomas Hettche die Internetanthologie »Null« heraus.
Ihr Buch »Zonenkinder« über die Erfahrungen ihrer Generation vor und nach dem Mauerfall
war ein Bestseller. Seither arbeitet sie als Journalistin, u. a. als stellvertretende Chefredakteurin
des Freitag. 2010 gewann sie den Theodor-Wolff-Preis. »Keinland« ist ihr literarisches Debüt.

Die Buchvorstellung ist Teil unserer Veranstaltungsreihe "WENDE: WANDEL, WUNDERTÜTE?".

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Kooperationspartner: Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Stadt- und Regionalbibliothek Gera