Gedenk- und Begegnungsstätte
im Torhaus
der politischen Haftanstalt
1933 - 1945 / 1945 - 1989

Geschichte
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Geschichte 1952 - 1989

U-Häftlinge blieben prinzipiell die erste Zeit in Einzelhaft, außer bei Überbelegungen oder zwecks Bespitzelung. Ampelsystem und Lichttonsignalanlage verhinderten, dass sich Häftlinge außerhalb des "Verwahrraums" begegnen konnten. Auch das Essen wurde nicht von Kalfaktoren, sondern von Wachmännern ausgegeben. Jeder Inhaftierte erhielt eine Nummer, mit der er Meldung zu machen hatte, so dass sein Name unausgesprochen blieb. Auf Anordnung des Vernehmungsoffiziers konnte die Haft verschärft werden. Das durch die Hausordnung befohlene Schlafen mit dem Gesicht zur Tür und den Händen auf der Bettdecke oder das dauernde Gewecktwerden konnte selbst im Schlaf zur reinen Folter werden. Durch solche Maßnahmen wurden die U-Häftlinge, denen das Liegen am Tage verboten war, völlig zermürbt, so dass bei den stundenlangen Verhören so mancher jedes Protokoll unterschrieb, weil er sich dauernd müde und krank fühlte.

14.04.1979 - Schreiben eines Inhaftierten:
Ich lehne am heutigen Tag das Mittagessen ab. Ich will nicht allein in einer Zelle sein, das ist nicht zum aushalten. Mein Kumpel soll mit reinkommen.

05.11.1978 - Bericht Unterleutnant Stenzel
Während meines Kontrollganges gegen 13:30 Uhr lies ich U-Häftling 1291/43/1 ihre Liegezeit beenden. Sie beträgt halbe Stunde. Daraufhin begann die U-Häftling 43/11291 und 43/21317 folgendes laute Gespräch, von dem ich folgendes mithörte: Die Schweine, nicht einmal schlafen lassen sie einen, das nennen die Stasischweine Menschlichkeit. Uns lassen sie hier verkommen. Nicht unser Zeug bekommen wir, was wir verlangen, so sind die Schweine. Die müsste man alle erschlagen, sind alle zu faul zum Arbeiten, wir werden auch Protestlieder singen, dann bekommen sie das laufen, alle müssen singen, aus dem Fenster muss man rufen, das geht. Man müsste einen Hungerstreik ausrufen, an dem alle teilnehmen.
Aus den Akten der UHA Gera

Mittel und Methoden zur Vorbereitung von Suizid
Durch Suizide versuchen Inhaftierte die Aufklärung ihrer strafbaren Handlungen zu erschweren bzw. sich dem Strafverfahren und einer Bestrafung zu entziehen. Dem Suizidversuch geht in der Regel eine Phase innerer Spannung der Inhaftierten voraus. Gleichzeitig werden durch Beobachtungen der Wach- und Sicherungskräfte, des organisatorischen Ablaufs in der UHA und durch Beschaffung geeigneter Mittel die günstigsten Bedingungen für den Suizidversuch ausgewählt.